Die Kamera

Die Kamera ist mitunter eine der wichtigsten Komponenten bei der KAP- Fotografie.
Von ihr hängt die Qualität der Luftbilder ab. Die Wahl der richtigen Kamera hängt
von vielen Faktoren ab und sollte speziell nach den Bedürfnissen des Kapers und
dem Einsatzgebiet gewählt werden.

Hier ein paar Gedanken, welche ich mir beim Kauf machen würde.

Größe
Falls bereits ein Rig vorhanden ist sollte die Größe der Kamera mit eventellen Aufbauten
bedacht werden. Der Innenrahmen des Rigs sollte mit Kamera und Anbauteilen frei beweglich
bleiben und genügend Abstand zum äußeren Rahmen des Rigs aufweisen, um das freie
Drehen und Neigen zu gewährleisten.

  • Platzbedarf beim Aufbau eines Armes am Innenrahmen für die Servoauslösung bedenken.
  • Platzbedarf für die Montage eines Servos mittels Blitzschuhadapters ermitteln.

Gewicht
Hat man meist viel Wind zur Verfügung, stellt das Gewicht kein großes Problem dar.
Will man aber in windarmen Gegenden oder an Tagen mit sehr wenig Wind seine Kapausrüstung
einsetzen, spielt das Gewicht eine sehr große Rolle. Meist ist die Kamera die schwerste
Komponente im System.

Stativgewinde
Ein Stativgewinde hat normalerweise beinahe jede Kamera. Unterschiedlich ist meist die
Position des Gewindes. Eine Position in der Mitte finde ich selbst vorteilhafter, weil die
Arretierung in der Mitte, die Kräfte und Spannungen besser verteilt.
Ich hatte zwar bisher noch keine Probleme mit Gewinden aus Kunststoff, bevorzuge aber
beim Kauf von Kameras welche mit Metallgwinde.

Blitzschuh

Eigentlich nicht notwendig, möchte man allerdings einen Auslöseservo mit Hilfe eines
Adapters befestigen, kann dieser ein großer Vorteil sein. Bei der Befestigung am Blitzschuh
sollte darauf geachtet werden, dass bei Verwendung von Alu oder Metallteilen kein Kurzschluss
an den Kontakten verursacht werden kann.

Akku

Bisher hatte ich das Glück, immer Kameras mit sehr guten Akkus zu kaufen.
Mit Akkulaufzeiten bis zu 1200 Bilder hatte ich nie Probleme mit der Stromversorgung.
Bei längeren Kap-Ausflügen oder einer Kamera mit schwachem Akku ist ein
Zweitakku sehr vorteilhaft. Malheure oder Defekte sind ja auch nie ausgeschlossen.

Speicherkarte
Die Kapazität der Speicherkarte ist auch wieder stark abhängig von einigen Faktoren

  • Der Auflösung der Kamera
  • Den Einstellungen der Bildqualität, der Komprimierung bei Jpeg, der Bildgröße,..
  • Der Wahl des Format im Raw Format oder Jpeg oder auch beiden gleichzeitig
  • Menge der gewünschten Aufnahmen

Bei Speicherung von Fotos im Raw Format kann eine Karte mit geringer Kapazität sehr
schnell voll sein. Bei Videoaufnahmen, vor allem im HD Format ist ev. auch die
Speichergeschwindigkeit der Speicherkarte zu beachten.

Auslöseknopf und Zoomhebel
Sollte geplant sein, den Auslöseknopf und/oder den Zoom/Weitwinkelhebel mechanisch zu
betätigen, sollte man bereits beim Kauf der Kamera darauf achten, ob dies technisch auch
machbar sein wird. Manchmal sind diese so ausgeführt, daß sie mit Servohebeln gar nicht
oder nur sehr schwer erreichbar sind.
Bei Kameras mit Zoomobjektiven, wird die Möglichkeit, manuell zu zoomen etwas schwieriger,
bleibt aber trotzdem möglich. Dies erfordert dann meist viel Tüftelei und zusätzliche Bastelarbeit.

AV Out
Wenn man den Wunsch hat, für die Bildkontrolle vor Auslösung eine Videokontrolle einzurichten,
sollte man unbedingt darauf zu achten, daß das Videosignal im Aufnahmemodus der Kamera
gleichzeitig auch
an der AV-Buchse ausgegeben wird.
Dies ist von Kamera zu Kamera verschieden.

Entweder funktioniert es gar nicht, die Funktion ist durch eine Tastenkombination freizugeben
oder ist ab Werk vorhanden.
Also unbedingt vorab klären oder testen! Meist sind die Verkäufer im Laden bereit, die Kamera mal
kurz mit einem Fernsehgerät zu verbinden, um die Funktion zu testen.

CHDK (Canon Hacker’s Development Kit)
Will man CHDK zum Ausführen diverser zusätzlicher Funktionen verwenden, funktioniert
dies nur mit Canon Kameras. Es werden aber nicht alle Modelle unterstützt.
Dabei greift ein Programm, welches auf der Speicherkarte installiert wird, in die Original Firmware
ein um weitere Funktionen zu ermöglichen. Informationen zu CHDK

Aufnahmeformat

JPEG
Alle Kameras nehmen Fotos im Jpeg Format auf und speichern diese in komprimierter Form.
Kameraintern werden die Fotos noch bearbeitet, geschärft,...
Dies führt unweigerlich zu Qualitätsverlust, viele Details gehen verloren und können nicht
wieder hergestellt werden.

RAW
In meist, preislich ein wenig höher liegenden Kameras, wird auch das Raw Format angeboten.
Bei diesem Format werden alle ermittelten Bilddaten gespeichert, nichts geht verloren.
Die Dateien sind relativ groß, erfordern meist etwas speziellere Programme zum Bearbeiten,
bieten aber den größtmöglichen Spielraum bei der weiteren Bearbeitung am Computer.

Megapixel
Die Auflösung habe ich mit Absicht als letzten Punkt gewählt, weil ihm meist zuviel Beachtung
geschenkt wird. Wenn wirklich Ausdrucke in großen Formaten gewünscht ist, spielt sie natürlich
auch eine wichtige Rolle.
Ich persönlich ziehe vor, auf ein paar Megapixel zu verzichten, eine Kamera mit
einer guten Sensorgröße und guter Bildqualität zu wählen, auch wenn ich ein paar Euro mehr
investieren muß.
Die Bildqualität sollte stets das wichtigste Hauptkriterium sein!